Wo wird meine Kleidung eigentlich gemacht?

„Made in …“ – das steht auf fast jedem Etikett. Doch was sagt diese Angabe eigentlich aus? Und wie viele Stationen durchläuft ein Kleidungsstück, bevor es bei uns im Laden hängt? Wir erklären, wie eine Lieferkette in der Mode aussieht, und zeigen an unseren Marken, wie unterschiedlich die Wege sein können.

Vom Rohstoff zum Kleidungsstück

Ein Pullover oder eine Jeans entsteht in vielen Schritten:

  1. Rohstoff: Baumwolle wird angebaut, Wolle geschoren, Holz für Fasern wie Lyocell gewonnen oder Altkleider gesammelt.
  2. Faser und Garn: Die Rohstoffe werden gereinigt und zu Garn versponnen.
  3. Stoff: Aus dem Garn wird ein Stoff gewebt oder gestrickt.
  4. Veredelung: Der Stoff wird gefärbt, gewaschen oder anders behandelt.
  5. Konfektion: Der Stoff wird zugeschnitten und genäht.

Jeder dieser Schritte kann in einem anderen Land stattfinden.

Was „Made in“ wirklich bedeutet

Die Herkunftsangabe auf dem Etikett bezieht sich in der Regel auf den letzten wesentlichen Verarbeitungsschritt – meist das Nähen. Ein T-Shirt mit „Made in Portugal“ kann also aus Baumwolle gefertigt sein, die ganz woanders angebaut wurde. Das ist nicht falsch, erzählt aber nur einen Teil der Geschichte.

Wie unterschiedlich die Wege sein können

Fertigung in Europa: ROTHOLZ entwirft in Potsdam und lässt ausschließlich in familiengeführten Manufakturen in Portugal, Deutschland und Polen fertigen. amt. studio produziert in kleinen Ateliers nahe dem Studio in Katalonien und in Portugal. Rifò fertigt im Umkreis von 30 Kilometern um das eigene Büro in Prato.

Eigene Manufaktur: LangerChen entwirft bei München und fertigt alle Jacken und Mäntel in der eigenen, nach GOTS und GRS zertifizierten Manufaktur in Shanghai.

Nah am Rohstoff: SKFK aus dem Baskenland lässt möglichst dort nähen, wo die Materialien herkommen: Baumwollteile in Indien, wo auch die Fairtrade-Bio-Baumwolle der Chetna-Kooperative angebaut wird, Leinen in Spanien und Portugal.

Handarbeit vor Ort: Bei INTI Knitwear stricken rund 700 Frauen in Ecuador von Hand, überwiegend von zu Hause aus.

Partnerwerkstätten mit Audits: KLUE fertigt in drei Werkstätten in Istanbul, die laut Marke nach dem amfori BSCI-System auditiert sind.

Wie Arbeitsbedingungen überprüft werden

Wo genäht wird, sagt noch nichts über die Arbeitsbedingungen. Dafür gibt es eigene Systeme:

  • Fair Wear Foundation: Eine unabhängige Organisation, die Mitgliedsmarken bei der Verbesserung der Arbeitsbedingungen in ihren Produktionsbetrieben begleitet und überprüft. DAWN Denim ist seit 2018 Leader-Brand der Fair Wear Foundation.
  • GOTS: Der Standard umfasst neben Umweltkriterien auch soziale Mindestanforderungen für die zertifizierten Betriebe.
  • amfori BSCI: Ein System für Sozialaudits in Produktionsbetrieben.

Mehr zu den einzelnen Siegeln findest du in unserer Siegel-Übersicht.

Warum wir offen über Produktionsländer sprechen

Fertigung in Europa ist nicht automatisch besser, Fertigung in Asien nicht automatisch schlechter. Entscheidend ist, wie gut eine Marke ihre Lieferkette kennt und wie offen sie darüber spricht. Deshalb nennen wir auf unseren Markenseiten konkret, wo und wie gefertigt wird – auch dann, wenn das Produktionsland nicht Europa heißt.

Bewusstsein stärken erwünscht

Du willst wissen, wo ein bestimmtes Teil herkommt? Frag uns im Store in der Hamburger Altstadt – am Großen Burstah 42, nur wenige Schritte von der U3 Rödingsmarkt. Öffnungszeiten & Anfahrt

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